Archiv der Kategorie 'du opfer was willst du machen?'

Alles oder nichts! 5

Vor einiger Zeit stand es haarscharf auf der Kippe, ob die Jungle World weiter wird erscheinen können. Dass sie weiter erscheinen kann, bringt außer der Comic-Rückseite nichts Gutes mit sich, insofern es sich dabei auch schon um das einzige Alleinstellungsmerkmal dieser Zeitung handelt, die ihren affirmative turn schon vor Jahren hinter sich gebracht hat und deren Blattlinie von denen diverser Springer-Blätter ununterscheidbar geworden ist — ich denke hier vor allem an das Anfeuern demokratischer Bombardements und Bejubeln freiheitlicher Moslemabknallerei. Einige der JW-AutorInnen hätten ergo auch bei den Grünen bleiben und für die TAZ schreiben können. Der Knackpunkt ist dabei, dass man es Leuten wie Ivo Bozic in seinen Blog-Kommentaren gar nicht anmerkt, dass er als Journalist unterwegs ist, er aber seinen Job trotzdem wunderbar erfüllt, so wunderbar wie ein Franz Josef Wagner in einem Konkurrenzblatt für eine ähnlich gestrickte LeserInnenschaft.

Gerade das Thema „1. Mai“ hat es Ex-Linken angetan, die nicht als die Kritiker der Elche auftreten, die sie selber einmal waren, sondern als Renegaten, die zum Schluss (wie Jan Gerber in der aktuellen baHamas) das aussprechen, woran sie auch schon als linke Idealisten glaubten: die Gutartigkeit der demokratischen Herrschaft, die in jedem Vergleich gut abschneidet und deren Verteidigung zur Herzensangelegenheit wird, wo „Banden“, „Clans“, „Mobs“ oder „Rackets“ auf den Plan treten — ob in Kreuzberg oder Afghanistan. Ivo Bozics Abrechnung mit den Autonomen ist daher eine ganz und gar demokratische Angelegenheit: der fiese Mob vergreift sich am Eigentum anderer — zum Handanlegen an einer Moschee weigert er sich aber. Da ist man in Heinersdorf schon weiter.

Was für gute Gründe sollte es geben, sich diese Scheiße jede Woche zum Briefkasten liefern zu lassen und ihre ProduzentInnen, die sie jede Woche aufs Neue herauspressen, dafür zu bezahlen?

Das ist natürlich ein verdammt „diffamierender vorwurf“, außerdem „dämlich und denunziatorisch“, „Wahn“, „Projektion“, und die Penner, die Ivo beispringen, sind sich nicht zu blöde, dann auch noch mit dem Strafgesetz — „üble Nachrede!“ — zu kontern.

Einziger guter Debattenbeitrag: manchmal, aber nur manchmal Immer, ja wirklich immer haben blogger einfach eins in die fresse verdient…“

Diese BloggerInnen würde ich gerne mal anfassen

aftershow, against (aka revanche), subwave, phex

(Vorläufig und in der Reihenfolge!) Ergänzungen erwünscht: wen würdet ihr gerne berühren?

Alles oder nichts! 4

Heute müsste es einfach nur: „nichts!“ heißen. Denn wenn sich die Jungle World schon einen Autor wie den ostdeutschen Dorfchronisten Mario Möller ins Boot holt, der bekanntlich der zweiten Generation der Ralfs dieser Republik angehört, dann geht es gnadenlos abwärts. Nachdem jener Möller im letzten Monat im CEE IEH herausgefunden zu haben meinte, dass es im Osten Nationalsozialismus gibt (sonst gäbe es schließlich keine Nazis dort…), liefert er jetzt noch folgende Erklärung nach:

„Die Konfrontation der vormals nahezu au­tar­ken Zonis mit gesellschaftlichen Prozessen, die Marx als »radikale Revolutionierung der sozialen Verhältnisse« ausdrücklich begrüßte – die Konfrontation mit dem Markt und dem Aufbrechen der auf persönlichen und informellen Abhängigkeiten beruhenden Gemeinwesen –, bewirkte bei den Ostdeutschen das genaue Gegenteil. Unter Rückgriff auf Traditionen der DDR hat sich ein gesellschaftliches Klima etabliert, das sich anschickt, direkt an die für den Nationalsozialismus konstitutiven Prinzipien anzuknüpfen“

Und da wird der fiese Ost-Deutsche „natürlich“ gleich antisemitisch gegen andere Deutsche:

„Dem Störenfried in Form des »Wessi-Lehrers« wird die besondere Fähigkeit und Übermacht angedichtet, den ostdeutschen Laden zu sprengen.“

Der Glaube an die Übermacht des Wessi-Lehrers, ergo die nationalsozialistische Tradition der DDR.

Rätsel 2 bzw. „Problematisch[e] Darstellung einer fortschrittlichen Person mit Quellen des VS“ (Wikipedia)

Wo entstand dieses Bild?

A: Thailand_____B: Toskana_____C: Thüringen

Rätsel

„Mein Name ist Erika und ich komme aus Dortmund. Seit einigen Jahren bin ich Mitglied in der

?

und seitdem hat sich mein Leben zum Positiven verändert.“

Was muss anstelle des Fragezeichens stehen?

1. Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

oder

2. Marxistisch-Leninistische Partei

Auflösung.

Alles oder nichts! 3

Bigbeatland statt Bettelbriefe auf die letzte Seite und Streichen von Bozics Arbeitsplatz. Das löst dann vermutlich auch euer finanzielles Problem. Das ist mein letztes Ultimatum.

Aktueller Stand der ich-rede-Leuten-ihr-Abo-aus-Kampagne: 14

Alles oder nichts! 2

oder: Pluralismus als Argument.

„Und hat sie eine Kampagne verdient, die sich im wesentlichen daran aufhängt, daß die Jungle World eine Debatte pflegt, in der unterschiedliche Standpunkte zur Sprache kommen? Auf keinen Fall. Denn das erscheint mir der wesentliche Punkt zu sein: statt wie sonst so typisch für linke Publikationen eine bestimmte Linie durchzudrücken, die dann in sich geschlossen und zustimmungskompatibel ist, versammelt die Jungle World Widersprüche und Kontroversen.“

(meint Daniel Kulla)

Die Auflösung der Frage, warum das in Wirklichkeit nicht für die Jungle World spricht, insofern es jede bürgerliche Presse für sich in Anspruch nehmen wird, pluralistisch zu sein, sondern gegen sie, ist beim Kulla, er mag sich wohl, antideutsch wie er ist, nicht so recht auf den Gegenstand einlassen, wieder eine Frage:

„Warum ist werde ich wohl gelegentlich dort veröffentlicht?“

So viele Berichte. So viele Fragen. Und in der Jungle World nur Scheiße. Abbestellen!

Lacher des Tages (GSP, of course)

„Nein, ich meine das ernst: Bei Argumenten helfen Bilder, Photos oder Grafiken z.B nur begrenzt. Bei einem DIN A4-Layout, das eh am praktischsten ist, weil man das Zeug dann einfacher herstellen und kopieren kann eh. Also ist ein “klassisches Zweispalten-Layout mit normaler Fließtext-Schrift das leserlichste. Ein bißchen Kasten, ein bißchen Background ok, mehr muß für mich nicht sein. Ich glaube auch nicht das “tolles Klimbim” substantiell zur Überzeugung beiträgt, die man mit den unters Volk gebrachten Argumenten zu Wege bringen will.“

(Quelle.)

(Man bemerke übrigens den Widerspruch: eine „Massen-“, also populistische Zeitschrift herausgeben zu wollen, aber eine Bleiwüste auszuliefern, die genau am Zweck — nämlich tatsächlich gelesen zu werden; was wohl unstrittige Voraussetzung ist, sich die „Argumente mal anzuschauen“ — vorbei geht. The medium is the message — aber niemand liest graue Messages.)

Weblogs nerven

der beweis: hier. trotzdem lese ich manchmal blogs. das mädchenblog, weil ich mich da gut über diesen lookism-konstruktivismus-blödsinn aufregen kann. muedchen für meine selbstmitleidigen emo-kicks, auch wenn es da manchmal zu theatralisch oder tiefsinnig zugeht. kulinaria katastrophalia zur virtuellen sublimierung meines trophohedonismus, auch wenn manchmal ekliger scheiß dabei ist und ich mich dann freue, dass mir meine mutti immer sehr bodenständige sachen kocht oder vor die mikrowelle bereitlegt. aber selber einen blog machen, das würde ich nie.

Empfehlungen

Meta

Du browst gerade in den GR/ML siegt! Weblog-Archiven nach der Kategorie 'du opfer was willst du machen?'.

Längere Beiträge werden abgeschnitten. Klick auf die Überschrift, um den jeweiligen Beitrag in voller Länge zu sehen.